Du willst dich zum Lernen hinsetzen, aber plötzlich fallen dir unzählige Sachen ein, die du noch erledigen musst: Wäsche waschen, Lebensmittel einkaufen, das Wochenende mit deinen Freunden planen, Nachrichten lesen, auf Social Media herumscrollen usw.

Bis du es endlich schaffst, dich an deinen Schreibtisch zu setzen, ist es schon später Nachmittag geworden. Wie blöd! Denn jetzt musst du dir noch schnell was zum Essen machen und…herrje….du triffst dich ja um 19 Uhr mit Freunden. Aber egal: Morgen ziehst du deine Lernpläne wirklich durch!

Denkste!

Was ist die Bedeutung von Prokrastination?

In der Fachsprache nennt man dieses Verhalten Prokrastination, umgangssprachlich sagen auch viele Aufschieberitis dazu. Anstatt die wichtigen Dinge anzupacken, kümmert man sich lieber um die vielen kleinen und unwichtigen Dinge des Alltags.

„Procrastination is like a credit card: It’s a lot of fun until you get the bill.“

Prokrastination ist eine häufige Verhaltensweise: Ungefähr 20% aller Studenten sollen von schwerer Prokrastination betroffen sein (Die Dunkelziffer ist aber hoch).

Klar, dass du dich mit so einem Verhalten im Studium (oder in allen anderen Lernsituationen) sabotierst. Aber wie lässt sich Prokrastination überwinden?

5 Tipps um Prokrastination zu überwinden

 

  1. Setze dich an einen Ort ohne Ablenkungen: Wenn du daheim immer einen Putzfimmel bekommst, sobald es ans Lernen geht, gehe lieber in die Bibliothek lernen. Hast du auf der Bibliothek zu viele Freunde, die ständig mit dir Kaffee trinken wollen (weil sie selbst prokrastinieren), setze dich in eine Bibliothek einer fremden Universität, wo du ungestört bleibst.
  2. Deaktiviere Social Media und deine Email-Benachrichtigungen (auch wenn das bedeutet, dass du diesen E-Mail-Kurs erst ein paar Stunden später bekommen wirst)
  3. Schreibe dir deine Tagesziele auf ein Blatt Papier (am besten schon am Vortag). Übrigens: Listen auf Papier funktioniert nach meiner Erfahrung besser als elektronische To-Do-Listen. Und wichtig: Versichere dir, dass du bestimmte Sachen erst machst, wenn du die To-Do-Liste abgehakt hast. Dadurch lernt dein Gehirn, dass es für Produktivität belohnt wird.
  4. Teile große Ziele in viele kleine Ziele auf, denn dadurch hast du ständig Erfolgserlebnis, wenn du die kleinen Ziele abhaken kannst.
  5. Gönne dir hin und wieder eine Pause: Dein Kopf braucht Erholung (aber verbringe die Pause nicht auf Social-Media oder am Smartphone). Das regelmäßige Wechseln zwischen kurzen Arbeitsphasen (oder Lernphasen) und Pausen, ist ein Bestandteil der berühmten Pomodoro-Technik.

Ist Prokrastination immer schlecht?

Wir neigen dazu Aufschieberitis, als etwas Schlechtes anzusehen, was wir unbedingt überwinden müssen (zum Teil macht das auch dieser Artikel). Aber kann man das pauschal wirklich sagen?

Unlängst las ich folgendes Zitat des Philosophen und Finanzmathematikers Nassim Taleb:

“Few understand that procrastination is our natural defense…it results from some ecological or naturalistic wisdom, and is not always bad — at an existential level, it is my body rebelling against its entrapment. It is my soul fighting the Procrustean bed of modernity.”

“Wenige verstehen, dass Prokrastination unser natürlicher Schutz ist, es ergibt sich aus ökologischer und naturalistischer Weisheit und ist nicht immer schlecht – auf einer existenziellen Ebene ist es mein Körper, der sich gegen seine Gefangenschaft auflehnt. Es ist meine Seele, die gegen das Prokrustes-Bett der Moderne kämpft”

Taleb meint auch, dass er während des Schreibens seiner Bücher, Abschnitte auslässt, sobald er merkt, dass sich sein Körper gegen das Schreiben dieser Abschnitte wehrt. Er sieht das als Dienst an seinen Lesern an.

Ist Prokrastination also eine Art Filter, um uns vor dummen Tätigkeiten zu bewahren?

Durchaus. Prokrastination ist immer ein Zeichen dafür, dass du Tätigkeiten ausführen musst, die dir keine Freude bereiten. Ein Wechseln der Umweltbedingungen könnte in vielen Fällen sofort zu einer Verbesserung deiner Situation führen.

Ein Problem ist, dass unser Schulsystem uns dazu konditioniert, Dinge zu lernen und Dinge zu tun, für die wir keinen wirklichen Nutzen sehen.  Prokrastination schleicht sich dadurch in unser Leben ein und wirkt sich mit der Zeit auch auf Dinge aus, die wir eigentlich mit Freude machen würden. Einfach weil wir uns abgewöhnt haben, Dinge mit Freude zu machen.

Ein Problem ist auch, dass wir Lernen als etwas Anstrengendes ansehen, obwohl es mit den richtigen Techniken Spaß macht und etwas sehr Leichtes ist. Denn wir Menschen sind Lernmaschinen: Wir wurden von der Natur dazu geschaffen, Dinge zu lernen und Probleme zu lösen.

Kinder haben noch diese Neugier und Kuriosität. Um Erfolg beim Lernen zu haben und Prokrastination zu überwinden, ist es wichtig diese kindliche Neugierde wieder zu wecken.

Ich hoffe, ich kann dich auf dieser Reise unterstützen!

Dein Philipp

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